Report 47 / Juni 2026
Ausgabe 47
Aus dem Netzwerk
Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen? Dieser Report sieht ein bisschen anders aus, denn er ist Teil der neuen H2.N.O.N-Website, die bald komplett online geht. Wir haben der Struktur ein kleines Update verpasst, damit die relevanten Inhalte einfacher zu finden sind.
Die Wasserstoff-News als Podcast hören
Es war Woche des Wasserstoffs und H2.N.O.N war mit dabei: Unsere Kommunikationsbeauftrage Tomke Giedigkeit war für uns gemeinsam mit anderen Frauen aus der Wasserstoffwirtschaft in Berlin und hat unter anderem mit Frau Connemann, parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium und Herrn Hirte, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium über die H2-Projekte, Chancen und Herausforderungen des Wasserstoffhochlaufs in Nordostniedersachsen gesprochen.

Vertreterinnen der Wasserstoffwirtschaft im Gespräch mit Gitta Connemann. Foto: Metropolregion Nordwest
Die Wasserstoffwirtschaft braucht auch in Zukunft Fachkräfte – bei HyMINT im Forschungszentrum CFK Nord in Stade konnten auch in diesem Jahr wieder rund 80 Schülerinnen und Schüler verschiedene Berufsfelder und Unternehmen im Bereich der lokalen Wasserstoffwirtschaft kennenlernen. So ging es unter anderem aufs Gelände der Dow oder zur Besichtigung von H2-Tanks für Flugzeuge des DLR.

Sven Torstrick-von der Lieth vom DLR erklärt Oberstufenschüler*innen Leichtbautechniken für H2-Tankstrukturen.
Die Ergebnisse zur Wertschöpfungspotenzialstudie sind da: Mit der Studie "Wirtschaft. Wandel. Energie – Wertschöpfung durch die Transformation zwischen Ems und Elbe", die Nefino auch im Auftrag von H2.N.O.N erstellt hat, wurden systematisch die Energiepotenziale der Region erhoben. Die Studie untersucht die Region Weser-Ems sowie Lüneburg inkl. aller 11 Trägerlandkreise von H2.N.ON. Im Fokus steht die Bewertung von bestehender und bis 2033 geplanter Energieprojekte sowie die technischen Potenziale der Region für die Energiewende. Durch Offshore-Einspeisung, Häfen, Industrienähe und Kernnetzanbindung sieht die Studie insbesondere Potenzial für Elektrolyseprojekte. In den nun folgenden Studienphasen sollen konkrete Wertschöpfungsketten und Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft erarbeitet werden.

Quelle: Abschlussbereicht WWE-Studie/Nefino GmbH
Wie kann H2 in die kommunale Energieversorgung integriert werden? In unserer Online-Veranstaltung "Wasserstoff in der kommunalen Energieversorgung" am 24. Juni haben unsere Netzwerkmitglieder EMCEL, EWE Gasspeicher GmbH und Green Planet Energy GmbH über Praxisbeispiele und entsprechende Technologien berichtet. Wir freuen uns, dass das gebündelte Know-how im Netzwerk auf weitere Interessenten gestoßen ist. Bei Fragen zum Thema oder Ideen für weitere Informationsveranstaltungen dieser Art, sprechen Sie das Regionalmanagement gerne an.
Spotlight macht eine kleine Sommerpause
Wir gehen über die Sommerferien in eine kleine Pause und informieren Sie dann wieder rechtzeitig, wenn das nächste H2.N.O.N-Spotlight ansteht.
News Niedersachsen/Bremen/Hamburg
EWE baut H2-Pipeline für Elektrolyseur in Emden
EWE baut gemeinsam mit Gastransport Nord die rund 24 Kilometer lange Wasserstoffpipeline „H2Coastlink 1“, die den im Bau befindlichen 320-MW-Elektrolyseur in Emden an das Wasserstoff-Kernnetz anschließt. Die Leitung mit einem Durchmesser von rund 40 Zentimetern verläuft über Emden, Ihlow, Moormerland und Leer und gilt als erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten Deutschlands. Über die Pipeline sollen künftig jährlich rund 26.000 Tonnen Wasserstoff transportiert werden, darunter grüner Wasserstoff für Industrieabnehmer wie die Salzgitter AG.
Förderung für Wasserstoffcampus Salzgitter
Das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST erhält Fördermittel, um den bestehenden Wasserstoffcampus in Salzgitter organisatorisch zum „Wasserstoff Campus SON“ weiterzuentwickeln. Der Campus soll künftig als zentrale Anlaufstelle für Kommunen, Unternehmen und weitere regionale Akteure dienen und den Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft koordinieren
Erfolgreiche Geothermiebohrung in Celle
Im Forschungsprojekt DemoCELL in Ahnsbeck bei Celle wurden bei einer Tiefenbohrung erfolgreich mehr als 1.000 Kubikmeter Thermalwasser gefördert. Das Wasser stammt aus Tiefen zwischen 2.400 und 2.500 Metern und erreichte an der Oberfläche Temperaturen von über 100 Grad Celsius. Untersucht wird, ob der dortige mehr als 40 Meter mächtige Rhät-Sandstein langfristig als geothermisches Reservoir für eine regionale Wärmeversorgung genutzt werden kann.
News Deutschland und die Welt
Mehr als 500 Anträge für neue Förderung von H2-Nutzfahrzeugen registriert
Im Rahmen des neuen Förderaufrufs des Bundesverkehrsministeriums zur Unterstützung wasserstoffbetriebener Nutzfahrzeuge sind mehr als 500 Anträge eingegangen. Gefördert werden sowohl die Anschaffung von Brennstoffzellen-Lkw als auch der Ausbau eines deutschlandweiten Wasserstofftankstellennetzes speziell für den Schwerlastverkehr. Das Programm soll insbesondere den Markthochlauf emissionsfreier Nutzfahrzeuge im Straßengüterverkehr beschleunigen.
Beteiligung an H2-Markindex
Der H2-Marktindex sammelt aktuelle Einschätzungen von Unternehmen und Akteuren der Wasserstoffwirtschaft zur Marktentwicklung in Deutschland. Ziel der Umfrage ist es, Stimmungsbilder zu Investitionen, regulatorischen Rahmenbedingungen und aktuellen Herausforderungen beim Wasserstoffhochlauf zu erfassen. Die Ergebnisse sollen künftig als Indikator für die Entwicklung des Wasserstoffmarktes dienen.
Reform des Nationalen Wasserstoffrats
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat den Nationaler Wasserstoffrat neu aufgestellt und dessen Mitgliederstruktur reformiert, um die aktuelle Marktphase des Wasserstoffhochlaufs stärker abzubilden. Künftig soll das Gremium die Bundesregierung gezielter bei Fragen zur industriellen Anwendung, Infrastrukturentwicklung, Importstrategien und dem Übergang vom Förderaufbau in einen funktionierenden Wasserstoffmarkt beraten.
Biomasseverordnung wird reformiert
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat eine Reform der Biomasseverordnung beschlossen, um die Nutzung von Biogas und Biomasseanlagen stärker auf eine flexible und systemdienliche Stromerzeugung auszurichten. Künftig sollen insbesondere bestehende Anlagen verstärkt dann Strom einspeisen, wenn Wind- und Solarstrom im Netz nicht ausreichend verfügbar sind, anstatt kontinuierlich im Dauerbetrieb zu laufen. Die Anpassung betrifft die regulatorischen Rahmenbedingungen für mehrere tausend bestehende Biomasseanlagen und soll die Rolle steuerbarer erneuerbarer Energien im zukünftigen Energiesystem stärken.
Netzkosten verdoppeln Preise für grünen Wasserstoff
Eine Analyse des Fraunhofer-Institut zeigt, dass Netzentgelte die Kosten für grünen Wasserstoff bis 2035 nahezu verdoppeln könnten. Besonders bei Elektrolyseuren mit Netzstrombezug wirken sich Stromnebenkosten erheblich auf die Produktionskosten aus und könnten die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte gefährden. Die Studie fordert deshalb angepasste regulatorische Rahmenbedingungen, um die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Wasserstoffproduktion zu sichern.
Pharmaunternehmen nehmen H2-Lkw in den Betrieb
Das Pharmaunternehmen Teva Pharmaceuticals, zu dem auch Ratiopharm gehört, setzt erstmals Wasserstoff-Lkw des Anbieters Hylane in seiner Pharmalogistik ein. Die Brennstoffzellen-Lkw werden für den Transport sensibler Arzneimittel eingesetzt und sollen im regulären Lieferbetrieb Erfahrungen für alternative Antriebskonzepte sammeln. Hylane verfolgt dabei ein Mietmodell, das Unternehmen den Einstieg in Wasserstoffmobilität ohne hohe Investitionskosten ermöglichen soll.
Keyou und Daimler wollen gemeinsame Fahrzeuge anbieten
Der Münchner Wasserstoffmotorenentwickler KEYOU GmbH und Daimler Truck haben eine Kooperation zur Entwicklung wasserstoffbetriebener Lkw vereinbart. Geplant ist die Integration der KEYOU-inside-Technologie für Wasserstoff-Verbrennungsmotoren in Fahrzeuge auf Basis des Mercedes-Benz Atego. Ziel ist es, Wasserstoff-Lkw mit Verbrennungsmotor als seriennahes Angebot für den Straßengüterverkehr auf den Markt zu bringen.
Wiesbadener Unternehmen Hy2gen bekommt Förderung der Europäischen Wasserstoffbank
Das Unternehmen Hy2gen AG erhält für sein Projekt im dänischen Kassø Fördermittel aus der ersten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank. Die geplante Anlage soll jährlich rund 6.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren und mit Strom aus einem benachbarten 304-Megawatt-Solarpark versorgt werden. Insgesamt wurden bei der EU-Auktion 15 Projekte in fünf Ländern ausgewählt.
Wasserstoffspezialist erhält zwei Millionen für Betriebserweiterung
Das Unternehmen Neoxid GmbH erhält rund 2 Millionen Euro Fördermittel für die Erweiterung seines Standorts im Gewerbegebiet Taubental in Neuss. Geplant ist der Ausbau der Produktions- und Entwicklungsflächen für Komponenten im Bereich Elektrolyse und Wasserstofftechnologie. Mit dem Projekt soll die betriebliche Kapazität für die industrielle Fertigung deutlich erweitert werden.
Geesthachter Unternehmen nimmt neue H2-Forschungsanlage in Betrieb
Das Forschungszentrum Hereon in Geesthacht hat eine neue modulare Forschungsplattform namens SET-Box in Betrieb genommen. Die Anlage verbindet Stromerzeugung, Wasserstoffproduktion und Speicherung in einem integrierten System und soll Anwendungen für Industrie sowie militärische Versorgungseinheiten testen. Das modulare System ermöglicht den flexiblen Einsatz auch in netzfernen oder mobilen Anwendungen.
Forschung an Kraftwerken mit H2 und Ammoniak
Das Unternehmen Everllence entwickelt neue Gasmotorenkraftwerke, die mit Wasserstoff und Ammoniak betrieben werden können. Im Fokus stehen flexible Kraftwerkslösungen zur Absicherung der Energieversorgung sowie die Anpassung bestehender Motorentechnologien an alternative gasförmige Brennstoffe. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich insbesondere auf industrielle und stationäre Energieanwendungen.
Wasserstoffhochlauf in Bayern langsamer als gedacht
Ein aktueller Fortschrittsbericht zeigt, dass von den ursprünglich angekündigten Wasserstoffprojekten in Bayern zahlreiche Vorhaben zeitlich hinter den Erwartungen zurückbleiben. Gründe sind unter anderem hohe Investitionskosten, langsamer Infrastrukturausbau und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Dadurch verzögert sich der geplante Aufbau regionaler Wasserstoffwertschöpfungsketten deutlich.
Fraunhofer knackt Rekord für solaren Wasserstoff
Forschende der Fraunhofer-Gesellschaft haben bei der direkten solaren Wasserstoffproduktion einen Wirkungsgrad von 31 Prozent erreicht. Zum Einsatz kam eine Fresnel-Linse, deren optisches Prinzip bereits seit rund 200 Jahren bekannt ist und die Sonnenlicht stark bündelt. Damit wurde ein neuer Rekordwert für die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in Wasserstoff erzielt.
Cambridge testet H2-Reaktor für Plastikmüll
Forschende der University of Cambridge haben einen solarbetriebenen Reaktor entwickelt, der Kunststoffabfälle in Wasserstoff umwandelt. Das Verfahren nutzt Sonnenenergie und chemische Reaktionen, um schwer recycelbare Kunststoffe direkt in Wasserstoff und weitere chemische Verbindungen umzusetzen. Der Ansatz kombiniert damit Abfallverwertung und dezentrale Wasserstoffproduktion in einem einzigen Prozess.
BMW stellt X5 mit optionalem Wasserstoffantrieb vor
BMW AG hat die fünfte Generation des X5 vorgestellt und bestätigt eine spätere wasserstoffbetriebene Variante auf Basis der bisherigen iX5-Hydrogen-Entwicklung. Das neue Fahrzeug wächst auf 4,99 Meter Länge und ergänzt künftig ein Antriebsportfolio aus Diesel-, Plug-in-Hybrid-, Elektro- und perspektivisch Wasserstoffantrieb. BMW verfolgt damit weiterhin die Serienentwicklung von Brennstoffzellenfahrzeugen als zusätzliche Antriebsoption im Premiumsegment.
Veranstaltungen
8.-10. September | Oldenburg: Beyondgas Congress
Der 5. Jahreskongress bring in Panels und Keynotes Expertinnen und Experten zu unterschiedlichen Wasserstoffthemen zusammen.
20.-22. Oktober | Hamburg: Hydrogen and Carbon Capture Technology World Expo
Vom 20. bis 22. Oktober findet in Hamburg die Hydrogen and Carbon Capture Technology World Expo statt. Die Messe deckt Themen wie Wasserstofftechnologien, CO₂-Abscheidung und Infrastruktur ab und richtet sich an internationale Fachbesucher. Gezeigt werden technische Lösungen und Projekte aus den Bereichen H₂-Produktion, Transport und Nutzung.
19. November | Berlin: BMV Fachkonferenz klimafreundliche Nutzfahrzeuge
Save the Date: Das Programm für die nächste Fachkonferenz wird in Kürze veröffentlicht.
Förderinfos
Neue Förderung von Bussen mit alternativen Antrieben
Im Rahmen des BMV-Förderprogramms wird weiterhin die Beschaffung klimafreundlicher Busse im öffentlichen Personennahverkehr unterstützt, darunter auch wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenbusse. Gefördert werden neben den Fahrzeugen auch die notwendige Lade- beziehungsweise Betankungsinfrastruktur sowie weitere projektbezogene Investitionen. Antragsberechtigt sind Verkehrsunternehmen und weitere Akteure, die ihre Busflotten auf alternative Antriebstechnologien umstellen wollen. Antragsskizzen müssen bis zum 21. Juli 2026 eingereicht werden.
Beiträge und Studien
Für aktuelle Neuigkeiten aus dem Wasserstoffnetzwerk H2.N.O.N folgen Sie uns gerne auch auf Facebook und LinkedIn.